Mit dem symbolträchtigen gemeinschaftlichen Ausschneiden eines Rinderkopfes durch Vertreter von Politik und Wirtschaft wurde am 18. September in Hamburg die „Rindermarkthalle St. Pauli“ eröffnet. Herzstück der 15.000 Quadratmeter großen Halle ist ein Nahversorgungszentrum, das sich deutlich abhebt von Standardeinkaufscentern oder Megasupermärkten. In einem mehrjährigen gemeinschaftlichen Prozess von Politik und Wirtschaft wurde ein Konzept entwickelt und umgesetzt, das die Besonderheiten des internationalen und vielfältigen Stadtteils St. Pauli auf einzigartige Weise widerspiegelt.

Die aus den 70er Jahren stammende ehemals größte freitragende Stahlbauhalle Europas wurde unter Berücksichtigung der Denkmalschutzbestimmungen für eine Einzelhandelsnutzung modernisiert und saniert. So wurde u.a. die Nordseite als Schauseite in Anlehnung an den Originalzustand wieder hergestellt sowie eine Stahlbeton- und Tragwerkssanierung durchgeführt.

Neben verschiedenen Einzelhändlern befindet sich im Erdgeschoss eine große Markthalle mit rund 20 festen Ständen. Wie ein überdachter Wochenmarkt bildet sie das Herzstück, ein abwechslungsreicher Ort ohne Fastfoodketten und standardisierte Coffeeshops. Das Obergeschoss ist Existenzgründern und sozialen Unternehmen in kleinteiligen Büroflächen sowie Ärzten und sportlichen Angeboten vorbehalten. Darüber hinaus finden Stadtteil-Initiativen, Vereine und Künstler Raum, auch die nun modernisierte Moschee ist geblieben. Im Zwischengeschoss befindet sich ein Parkdeck mit 400 Parkmöglichkeiten, weitere Stellplätze gibt es draußen. Ein Vorplatz mit Fahrradstation und diverse Grünflächen bieten Platz für Märkte, Basare und Stadtteilfeste.