6.000 schwarze Keramikplatten zieren die Fassade des fünfgeschossigen Neubaus am Forschungscampus Bahrenfeld. Als durchgehendes Element stehen sie symbolhaft für die Dynamik des Baukörpers und der Forschung, die in Zukunft hier beheimatet sein wird. Das „Hamburg Advanced Research Centre for Bioorganic Chemistry“ (HARBOR) wurde von der Sprinkenhof GmbH im Mieter-Vermieter-Modell realisiert und termingerecht an die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) für die Universität Hamburg übergeben.

Hohe Sicherheitsstandards und moderne Arbeitswelten für etwa 130 Mitarbeiter*innen bieten in Zukunft auf rund 7.000 m² Bruttogrundfläche die Infrastruktur, um den Wissenschaftsstandort Hamburg weiter zu stärken. In unmittelbarer Nähe zum bereits fertiggestellten „Center for Hybrid Nanostructures“ (CHyN), ist das Forschungslabor HARBOR ein weiterer Baustein des Forschungscampus Bahrenfeld und bietet Platz für die Fakultät Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank: „Mit dem HARBOR-Neubau schaffen wir exzellente Bedingungen für interdisziplinäre naturwissenschaftliche Forschung am Standort Bahrenfeld. Moderne Räumlichkeiten, kurze Wege und viel Platz für Begegnung und Austausch der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeichnen das Gebäude aus. Die Forschung, die hier künftig stattfindet, ist für uns alle wichtig: Im HARBOR werden künftig molekulare Prozesse in und zwischen menschlichen Zellen gefilmt und untersucht, um so die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten besser verstehen zu können. Ich freue mich, dass der Bau fristgerecht fertiggestellt werden konnte – ein wichtiger Baustein der wachsenden Science City Hamburg Bahrenfeld und schönes Beispiel für das Gelingen des Mieter-Vermieter-Modells im Hochschulbau.“

Mit dem Neubau auf dem Forschungscampus wird für die MIN-Fakultät (Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften) der Universität Hamburg die Infrastruktur für Experimente mit ultrakurzer Zeitauflösung an molekularbiologischen Systemen geschaffen. Ziel ist es, Methoden zur gezielten Auslösung und Kontrolle von Prozessen in Einzelmolekülen mithilfe von Licht zu entwickeln, um diese Prozesse sichtbar zu machen und zu untersuchen.

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Das HARBOR-Projekt ist ein weiteres gelungenes Beispiel für unsere Neubau- und Sanierungsoffensive für die Hamburger Hochschulen. Diese Anstrengungen werden wir in den kommenden Jahren unvermindert fortsetzen und bis Ende der 2030er Jahre rund 2,6 Milliarden Euro in den Hochschulbau investieren. Ein zentraler Baustein ist dabei unser bewährtes Mieter-Vermieter-Modell. Mit unseren städtischen Akteuren wie der Sprinkenhof oder auch SBH | Schulbau Hamburg haben wir dafür erfahrene Partner.“

Das HARBOR-Vorhaben hat sich aus dem Exzellenzcluster der Universität Hamburg „The Hamburg Centre for Ultrafast Imaging“ (CUI) entwickelt und schließt direkt an die dortige Forschung zur atomar aufgelösten Strukturdynamik an. HARBOR wird entscheidend dazu beitragen, Forscher*innen aus Physik, physikalischer Chemie und Biochemie zusammenzubringen, um das zeitliche Verhalten molekularbiologischer Systeme zu untersuchen. Langfristiges Ziel ist ein wissenschaftlich akkurates Modell lebender Zellen. Dieses Vorhaben erfordert Disziplinen übergreifende Ansätze sowie neuartige experimentelle und theoretisch-numerische Konzepte.

Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg: „Mit dem Hamburg Advanced Research Centre for Bioorganic Chemistry, kurz HARBOR, entwickelt sich der Forschungscampus Bahrenfeld um einen großen Schritt weiter. Mit diesem Forschungsbau für die MIN-Fakultät (Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften) der Universität Hamburg schließen wir die bestehende Lücke zwischen der exzellenten Physik und der exzellenten Life Science. Ich wünsche allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die hier künftig Ihre Forschung tätigen, einen guten Start in einer besonderen Zeit, in der wissenschaftliche Erkenntnisse stärker denn je gebraucht werden.“

Im HARBOR sollen etwa neun Arbeitsgruppen, darunter rund 120 Wissenschaftler*innen in vier Abteilungen (Spektroskopie/Imaging, Strukturmolekularbiologie, Synthetische Chemie und Theorie) tätig sein. Der neue Forschungsbau wird die exzellente und vielschichtige Infrastruktur und Expertise auf dem Campus Bahrenfeld zur Physik der Struktur und Dynamik auf atomarer und molekularer Ebene weiter ausbauen.

Prof. Dr. Arwen Pearson, wissenschaftliche Leiterin des HARBOR: „Seit HARBOR genehmigt wurde, hat sich die Forschungslandschaft am Science Campus Bahrenfeld fantastisch entwickelt. Der European XFEL ist in Betrieb gegangen, die T-REXX-Messstation bei P14 an PETRA III liefert wichtige Daten, um nur einige zu nennen, die für die zeitaufgelöste Strukturbiologie von besonderer Bedeutung sind. Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern, mit den Kolleginnen und Kollegen von DESY, European XFEL, MPSD und EMBL konnten wir ein breites Netzwerk für die Untersuchung biologischer Systeme aufbauen – maßgeblich vorangetrieben auch durch den jetzigen Cluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“. Ich freue mich sehr darauf, die Chancen zu ergreifen, die uns der neue Forschungsbau ermöglichen wird. HARBOR wird seine Rolle als wichtiger Baustein in der Forschungslandschaft annehmen.“

Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf rund 37 Millionen Euro, davon übernimmt der Bund 13,75 Millionen Euro für das Gebäude und zusätzliche 2,6 Millionen Euro für Großgeräte und Ersteinrichtung.

Sprinkenhof Geschäftsführer Martin Görge: „Beim Neubau des HARBOR zeigt sich, dass moderne Arbeitswelten und flexible Raumnutzungskonzepte kein Privileg von reinen Bürogebäuden sind. Forschungslabore mit hohen Sicherheitsstandards und Büroflächen finden hier gleichermaßen Platz, wie anpassungsfähige Begegnungs- und Präsentationsflächen. Mit diesem dynamischen Gebäudekonzept haben wir eine zukunftsorientierte Forschungsstätte realisiert, die dem wachsenden Forschungscampus Bahrenfeld einen unverkennbaren Akzent verleiht. Wir bedanken uns bei der BWFG für das entgegengebrachte Vertrauen und wünschen den Mitarbeiter*innen und Studierenden der Universität Hamburg viel Erfolg bei ihrer Arbeit im HARBOR“.

Der Neubau wird auf Grundlage der Immobilienstrategie des Hamburger Senats im Mieter-Vermieter-Modell (MVM) von Sprinkenhof als Realisierungsträger realisiert, um die von der FHH angestrebte Kostensicherheit zu haben. Das MVM sichert die Realisierung des Bauvorhabens zu einem garantierten Gesamtmaximalpreis und garantiert über die vereinbarte Miete die langfristige Instandhaltung und Erneuerung des Gebäudes sowie von Teilen der Gebäudetechnik.

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