Kein Hamburger Stadtteil ist so laut, schrill, divers und einzigartig wie St. Pauli. Die berühmte Partymeile Große Freiheit gehört hier dazu wie das Amen in der Kirche. Diese Straße hat jedoch weitaus mehr als nur das Nachtleben zu bieten. Hier wird gewohnt, gearbeitet und in einer eingeschworenen Nachbarschaft gelebt. Umso wichtiger ist es, dem „Codex“ St. Paulis bei Neubauten und Quartiersentwicklungen treu zu bleiben und die charakteristische Nutzungsmischung aus Wohnen, Gewerbe und Entertainment zu wahren. Am 20.02.2020 informierten Finanzsenator Dr. Andreas Dressel und Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH, Martin Görge, vor Ort über das Projekt in der Großen Freiheit.

Rund um die alte Fischräucherei soll ein Quartier entstehen, das sich nahtlos in den bekannten Straßenzug eingliedert und gleichzeitig mehr Platz für St. Pauli-typisches Klein-Gewerbe, sozial geförderten Wohnraum, Gastronomie sowie die beiden Traditionsclubs Grünspan und Indra bietet. Zudem sollen kreative Arbeits- und Multifunktionsflächen entstehen und auch das gemeinschaftliche Urban-Gardening-Projekt „Gartendeck“ soll den Bewohnerinnen und Bewohnern erhalten bleiben.

Die Grundstücksbereiche an der Großen Freiheit 58-70 wurden im Rahmen des Bezirklichen Wohnungsbauprogramms als Potenzialfläche für den Bau öffentlich geförderter Mietwohnungen identifiziert. Daraufhin wurde gemeinsam mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb ausgelobt. Die Aufgabenstellung: Überplanung des Gesamtareals mit Einbezug und Erhalt der denkmalgeschützten Bestandsgebäude wie die alte Fischräucherei und den beiden Nachtclubs Grünspan und Indra. Das Ziel: Eine ganzheitliche Quartiersentwicklung und -belebung unter Verdichtung des Areals mit Schaffung von Gewerbeflächen und einer integrierten Wohnnutzung. Aktuell wird zunächst mit dem Bau des Teilprojektes Wohnen begonnen, das die Neuerrichtung von 37 öffentlich geförderten Mietwohnungen umfasst.
Die Bauvorhaben werden eigenwirtschaftlich von der Sprinkenhof GmbH unter der Zuhilfenahme öffentlicher Förderungen für den Wohnungsneubau auf dem 1. Förderweg und einer Gründachförderung der Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) realisiert. Die architektonische Planung wird von den Architekturbüros Hidde, Partner-Architekten (Wohnen) und SKA Sibylle Kramer Architekten (Gewerbe Bestand) aus Hamburg übernommen.