Auf dem Campus der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) in unmittelbarer Nähe zur Alster entsteht derzeit ein neuer Präsentations- und Konzertraum für rund 400 Personen. Das Besondere: Die 550 m² große Jazz-Hall befindet sich unter der Gartenanlage und wird sich nur um die zusätzlich benötigte Raumhöhe aus der Rasenfläche wölben, um die Sichtbarkeit des denkmalgeschützten Budge-Palais nicht einzuschränken. Die Gesamtprojektkosten für die Jazz-Hall betragen rund 5,7 Mio. Euro. Davon übernimmt die Dr. E. A. Langner-Stiftung 5 Mio. Euro und Hamburg bis zu 700.000 Euro. Der Betrieb soll ab dem Wintersemester 2020 starten. Gebaut wird die Jazz-Hall von der Sprinkenhof GmbH im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells (MVM). Am 24. Januar wird das Richtfest für die Jazz-Hall gefeiert.

Die Jazz-Hall ist der erste Baustein eines Gesamtpakets zur Stärkung der Jazzausbildung in Hamburg. In Kooperation mit der Dr. E.A. Langner-Stiftung soll der Masterstudiengang Jazz an der Hochschule zudem deutlich ausgebaut werden. Dafür entstehen zusätzlich zur Jazz-Hall mit dem Jazz-Labor neue Seminar- und Übungsräume für den Fachbereich Jazz der HfMT. Der Jazz-Masterstudiengang wurde 2014 mit finanzieller Unterstützung der Langner-Stiftung eingerichtet und umfasst aktuell acht Studienplätze. Ab 2021 übernimmt die Wissenschaftsbehörde die Finanzierung des Studiengangs und baut ihn bis zum Wintersemester 2022/23 auf 16 Studienplätze aus. Der Masterstudiengang ist ein zentraler Baustein, um die Exzellenz in der Jazz-Ausbildung in Hamburg zu sichern und die talentiertesten jungen Musiker und Musikerinnen in die Stadt zu ziehen. Zugleich ist dieser Studiengang ein besonderer Anziehungspunkt für nationale und internationale Jazz-Musiker und Jazz-Musikerinnen, die als Gastdozentinnen und Gastdozenten im Rahmen von Meisterkursen in die Stadt kommen.

Bei der Jazz-Hall handelt es sich um einen im Frontbereich der HfMT liegenden, weitgehend im Boden versenkten Präsentations- und Konzertraum. Der Saal entsteht vor dem markanten Budge-Palais und den Trautwein-Gebäuden unter der Gartenanlage der HfMT in einem Teilbereich der bestehenden Tiefgarage. Er wird sich nur um die zusätzlich benötigte Raumhöhe aus der Rasenfläche wölben. Das Besondere: Der Raum kann sowohl indoor als auch outdoor genutzt werden. Die Glasfassade hinter der Bühne ist aufklappbar konstruiert, so dass das Orchester in Richtung der Alsterwiesen Open-Air-Konzerte geben kann. Vor der vollständig zu öffnenden Glasfassade werden hierfür Sitzstufen errichtet. Ziel ist es, eine enge Verbindung mit der Öffentlichkeit zu erreichen. Durch die bauliche Ausformung des Daches werden bei sommerlichen Konzerten mit geöffneter Fassade die benachbarten Grundstücke vor Schallimmissionen geschützt. Der rund 200 Sitzplätze fassende Konzertsaal kann zudem auch für Vorlesungen genutzt werden. Der Entwurf für die Jazz-Hall stammt vom Architekturbüro MPP – Meding Plan + Projekt. Gebaut wird die Jazz-Hall von der städtischen Sprinkenhof GmbH im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells (MVM).

Die Sprinkenhof GmbH als Realisierungsträger des Neubaus hat bereits die energetische Sanierung der Trautwein-Gebäude erfolgreich durchgeführt. Als zentrale gewerbliche Immobiliengesellschaft der Freien und Hansestadt Hamburg gibt Sprinkenhof der Stadt durch die Neubau- und Sanierungsprojekte ein Gesicht und baut als Investor und Realisierungsträger für die Zukunft Hamburgs.