Ein neuer Ort für die Energiewende
Mit dem Demonstrationszentrum für Sektorkopplung (DZS) entsteht auf dem Energie-Campus der HAW Hamburg in Bergedorf ein innovativer Forschungs- und Entwicklungsstandort für die Energiewende. Das Gebäude schafft einen gemeinsamen Ort für das Competence Center for Energy Transition (CC4E) der HAW Hamburg und das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES.
Im Mittelpunkt steht die Erforschung von Technologien zur Sektorkopplung – der Verbindung von Stromerzeugung mit den Verbrauchssektoren Wärme, Mobilität und Industrie – sowie die Digitalisierung der Energiewende. Zugleich bildet der Neubau einen wichtigen Baustein des geplanten „Innovationsparks Bergedorf“ und soll als Impulsgeber für den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit wirken.
Forschung unter einem Dach
Die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) mit der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) hat die Sprinkenhof GmbH als Realisierungsträger mit der Planung und Errichtung des Forschungs- und Laborgebäudes beauftragt. Das im Mieter-Vermieter-Modell (MVM) gemäß VV-Bau realisierte Vorhaben wird durch die Europäische Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Auf einem rund 2.800 m² großen Grundstück entsteht ein dreigeschossiges Gebäude mit rund 2.500 m² Bruttogrundfläche. Sechs Forschungslabore, Büroarbeitsplätze für rund 50 Mitarbeitende, Konferenz- und Beratungsräume sowie ein öffentlich zugänglicher Showroom verbinden Forschung, Austausch und Wissenstransfer unter einem Dach. Exponate, Modelle und digitale Anwendungen machen die Forschungsinhalte anschaulich und ermöglichen Einblicke in die Technologien der Energieversorgung von morgen.
Architektur und Raumkonzept
Das Gebäude ist als klar strukturierter Baukörper zwischen der Straße Am Schleusengraben und dem Schleusengraben angeordnet. Die giebelständige Setzung entlang der südlichen Grundstücksgrenze reagiert auf die städtebauliche Situation und schafft im nördlichen Grundstücksbereich Raum für die erforderlichen Stellplätze.
Der Haupteingang liegt an der Ostfassade und wird durch ein großzügiges Vordach markiert. Zwei Treppenhäuser und ein Aufzug erschließen das Gebäude und verbinden die unterschiedlichen Nutzungsbereiche. Die innere Organisation folgt einer klaren Zonierung: Die Labore liegen im nördlichen Gebäudeteil und verteilen sich auf das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss. Nasslabor und Technikum erstrecken sich über zwei Geschosse. Die darüberliegende Technikzentrale befindet sich im 2. Obergeschoss.
Im südlichen Gebäudeteil sind die Büro- und Beratungsbereiche angeordnet. Eine zentral gelegene Zone nimmt die Nebenräume wie Umkleiden, Sanitär-, Lager- und Technikflächen sowie eine Werkstatt auf. Im westlichen Erdgeschoss bildet ein gemeinschaftlicher Aufenthaltsbereich mit Teeküche einen besonderen Ort des Austauschs. Von hier öffnet sich der Blick zum Schleusengraben und der Zugang zu einer angeschlossenen Terrasse.
Perspektive und Realisierung
Das Demonstrationszentrum für Sektorkopplung verbindet Forschung, Arbeitswelten und öffentliche Vermittlung in einem Gebäude. Die räumliche Nähe von Laboren, Büros und gemeinschaftlichen Bereichen schafft dabei die Grundlage für interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch mit Unternehmenspartner:innen und Öffentlichkeit.
Die Inbetriebnahme ist für 2028 vorgesehen. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 21,5 Mio. Euro. Die Freie und Hansestadt Hamburg stellt hierfür einen Investitionskostenzuschuss bereit. Zusätzlich wird das Vorhaben durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union mit rund sechs Millionen Euro unterstützt.








