Nachhaltigkeit

Ressourceneffizienz und Klimaschutz

Als städtischer Asset- und Projektmanager sind wir den Zielen des Hamburger Senats verpflichtet und sehen uns in der Verantwortung, Hamburg für kommende Generationen als lebenswerte Metropole zu erhalten und die Immobilien der Stadt zukunftsorientiert mit dem Ziel der Klimaneutralität umzugestalten.

Durch eine ressourcenschonende sowie klimafreundliche Firmen- und Baupolitik leisten wir unseren Beitrag gegen den Klimawandel und für eine nachhaltige Zukunft unserer Stadt. Dazu gehören ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen im Unternehmen sowie innovative Maßnahmen für umweltschonendes Planen und Bauen. Ebenso gehört dazu die umfassende Prüfung aller Bestandsimmobilien auf energieeffiziente Sanierungsmaßnahmen und deren schrittweise Realisierung.

 

Hamburgs Klimaziele – gut für die Stadt, gut für die Welt

Um Hamburgs Klimaziele zu verwirklichen, arbeiten wir Hand in Hand mit der Behörde für Umwelt und Energie (ehemals Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt). Dabei halten wir uns streng an den Hamburger Klimaplan und die Senatsdrucksache „Leitkriterien für die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude der FHH“ sowie an das Hamburgische Klimaschutzgesetz. Gemeinsam arbeiten wir daran, das von der Bundesregierung im Pariser Klimaabkommen unterstützte Ziel zu erreichen, den Anstieg der Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Dafür wollen wir langfristig bis 2030 den Endenergieverbrauch und somit die CO2-Emissionen der öffentlichen Gebäude um 55 % und bis 2050 um 95 % zu senken.

Zudem realisieren wir Neubauten bereits jetzt im Hinblick auf eine energieeffiziente und klimaschonende Zukunft mit energetisch hochwertigen Standards.

Nachhaltiges Bauen

Mit steigenden Energiekosten gewinnt nachhaltiges Bauen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine immer größere Bedeutung. Rund ein Drittel des Ressourcenverbrauchs und der CO2-Emissionen gehen in Deutschland allein auf das Konto von energetisch nicht optimierten Gebäuden. Nur nachhaltige Gebäude sind wirtschaftlich effizient, umweltfreundlich und ressourcensparend.

Für unsere Arbeit im Sektor Wärmewende und Gebäudeeffizienz bedeutet dies, dass wir die Ertüchtigung unseres Gebäudebestands über eine hohe Sanierungsqualität und -quote voranbringen und von uns verantwortete der Neubauten mindestens nach Effizienzhaus-40-Standard realisieren. Weiterhin wird mit den vorgeschalteten Nutzerbedarfsanalysen und Bedarfsplanungen der Raumbedarf optimiert, reduziert und somit CO2-Emissionen vermieden. Auch bei den Anmietungen am Drittmarkt verfolgen wir die hohen Klimaanforderungen analog zum Neubaustandard im Sinne der Mieter*innen. Somit werden bedarfsgerecht moderne Arbeitswelten implementiert, die zur Verbesserung von Nachhaltigkeit beitragen.

Alle auf die Verbesserung von Nachhaltigkeit abzielenden Maßnahmen erfordern die Berücksichtigung und Abwägung von drei Dimensionen, von ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Aspekten. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, im Sinne der Nachhaltigkeit Lösungen zu finden, die ökologisch verträglich, ökonomisch sinnvoll und funktional optimiert sind.

Dazu ist die Bündelung aller beteiligten Fachdisziplinen, ihre Ausrichtung auf die Nachhaltigkeitsziele und deren Befolgung im Rahmen der Qualitätssicherung von den ersten Planungsüberlegungen an bis hin zum Nutzungsende erforderlich. Ein ganzheitliches und interdisziplinäres Denken und Handeln aller am Bau Beteiligten ist notwendig.

Sprinkenhof ist seit dem Jahr 2010 Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e. V. und hat im Rahmen des Zertifizierungssystems den Neubau der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der Behörde für Umwelt und Energie in Platin zertifizieren lassen.

 

Klimaschutz- und Energiemanagement

Das Klimaschutz- und Energiemanagement von Sprinkenhof steuert die Abfrage sowie Auswertung von Energiedaten, welche unter maßgeblichen politischen Zielvorgaben der FHH zur Reduktion von CO2-Emissionen unerlässlich sind und spricht Handlungsempfehlungen aus.

Der Leistungsbereich berät nicht nur die Anmietmanager*innen bei der Bewertung von Mietobjekten oder das operative Facility Management z. B. bei der Bewertung von Energieeinsparmaßnahmen, der Inanspruchnahme von Fördermitteln und der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden, sondern führt auch ein dezidiertes Controlling über das Anmietportfolio des Immobilien-Service-Zentrums und des Immobilienportfolios der Gewerbeimmobilien durch.

Wesentliche Projekte zur Erreichung politischer Klimapläne sind z. B. die Erstellung eines Klimaschutzteilkonzeptes und der energetischen Sanierungsfahrpläne gemäß den Leitkriterien der FHH sowie die Einführung eines Energiemanagementsystems mit begleitenden Projekten zur Digitalisierung der Datenerfassung.

Mit der Umsetzung unseres Klimaschutzteilkonzeptes von 2020, „Klimaschutz in eigenen Liegenschaften und Portfoliomanagement“, haben wir bereits mit dem Aufbau einer umfänglichen Datenbasis als Grundlage und Voraussetzung für die Einführung eines Energiemanagementsystems begonnen und den Grundstein für eine zukunftsgerichtete energetische Portfoliostrategie gelegt.

 

Klimaschutzteilkonzept

Bei dem Klimaschutzteilkonzept handelt es sich um ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Das Klimaschutzteilkonzept liefert mittels erster eingehender Betrachtung aller Sprinkenhof Immobilien die Grundlagen und die Voraussetzungen für

  • den Aufbau einer Datenbasis für das Klimaschutzmanagement,
  • die Einführung eines Energiemanagementsystems und
  • die Beantragung von Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanagern.

Das Klimaschutzteilkonzept besteht aus zwei Komponenten:

  • Baustein 1: Energiemanagement
    Basisdatenbewertung für alle ca. 700 stadteigenen Gebäude aus dem Sprinkenhof Portfolio (u. a. die Validierung von Zählernummern und -zuordnungen, die Erfassung der Energieverbräuche und der Vergleich mit bundesdeutschen Durchschnittswerten) sowie die Entwicklung eines Organisations-Konzepts und die Entwicklung eines Controlling-Konzepts.
     
  • Baustein 2: Gebäudebewertung
    Gebäude-Detailanalyse (u. a. eine simulationsgestützte Bedarfsberechnung, die Prüfung von Flächen zur Nutzung von Solarenergie, die Erstellung detaillierter Sanierungskonzepte für 24 Gebäude als Teil des energetischen Sanierungsfahrplans) und die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie.

Energetischer Gesamtsanierungsfahrplan

Deutliche Erhöhung des Anteils lokal erzeugter, erneuerbarer Energie

Der Hamburger Klimaplan verpflichtet alle Bestandshalter*innen dazu, einen energetischen Sanierungsfahrplan (SFP) für alle Nicht-Wohngebäude im Eigentum der FHH mit einer Nutzfläche von über 500 m² und einer schwerpunktmäßig öffentlichen oder hoheitlichen Nutzung von über 50 % zu erstellen.

Mit unserem energetischen Gesamtsanierungsfahrplan für die in eigener Bewirtschaftung befindlichen Gebäude legen wir unsere Zielsetzung auf eine signifikante Ersparnis an Endenergie und wollen die Erhöhung des Anteils lokal erzeugter, erneuerbarer Energie bei der Energieversorgung der Gebäude deutlich vorantreiben. Der Erstellung unseres energetischen Gesamtsanierungsfahrplans ging eine systematische energetische Betrachtung aller von uns bewirtschafteten Immobilien voraus.

Weitere Informationen zu unserem Gesamtsanierungskonzept können Sie unserer entsprechenden Pressemitteilung entnehmen.

 

Die Zielwerte im Überblick

 bis 2030bis 2050
Einsparung Endenergie 31.400.000 kWh 89.300.000 kWh
Anteil lokal erzeugter, erneuerbarer Energie 12.500.000 kWh 28.100.000 kWh

Neubau-Projekte

Sprinkenhof setzt bei Neubau-Projekten stets auf nachhaltige Prozesse und Materialien

Unser Beitrag für nachhaltige Neubau-Projekte

  • Verwendung klimafreundlicher Baustoffe
  • Ressourcenschonende Prozesse während der Bauarbeiten
  • Dach- und Flächenbegrünung
  • Verbesserte Wärmedämmung der Gebäudehülle sowie optimierter Anlagenbetrieb
  • Anbindung an ein Fernwärmenetz und Aufbau von Nahwärmenetzen
  • Einsatz energetisch optimierter Motoren in der TGA
  • Einsatz erneuerbarer Energien (z.B. Solarthermie und Photovoltaik in Kombination mit Wärme- und Stromspeichern, Bioenergie, Wärmepumpen, Wärmerückgewinnung/Prozesswärme)

 

Sanierungsprojekte

Energetische Sanierungen unter Beachtung des Denkmalschutzes

Unser langfristiges Ziel ist es, das gesamte Sprinkenhof-Portfolio, bestehend aus rund 900 eigenen sowie von uns bewirtschafteten Objekten, nach neuesten Energieeffizienz-Standards unter Beachtung des Denkmalschutzes zu sanieren.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Kulturimmobilien der Stadt, welche 2019 im Rahmen des MVM-Modells von der Sprinkenhof übernommen wurden. Hier erfolgt derzeit eine umfassende Analyse der Sanierungsbedarfe.

Teilweise werden auch jetzt schon Sofortmaßnahmen umgesetzt, die noch vor den geplanten Generalsanierungen notwendig sind, wie etwa in der Laeiszhalle, dem Planetarium oder dem Kunstverein.



Unsere Strategie zur Umsetzung des Hamburger Klimaplans
  • Sicherstellung eines nachhaltigen Gebäudebetriebes
  • Energetische Sanierung des gesamten Sprinkenhof-Portfolios
  • Einführung des Standards KfW-Effizienzhaus 40
  • Erreichen der Klimaschutzziele der FHH

 

Ettersburger Gespräch

Jährliche Teilnahme von Sprinkenhof

Das „Ettersburger Gespräch“ der Bundesstiftung Baukultur und ihres Fördervereins findet jedes Jahr im September statt. Es ist ein Erfahrungsaustausch zwischen Entscheidungsträgern der Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Architektur, Ingenieurwesen und Kommunalverwaltung zu aktuellen Herausforderungen der Branche.

2019 einigten sich die teilnehmenden 120 Experten – darunter auch Sprinkenhof Geschäftsführer Martin Görge – auf folgende Kernthesen, festgehalten in einem wegweisenden Positionspapier.

  1. Baustoffe ressourceneffizient einsetzen
    Aktiver Einsatz regenerativer Rohstoffe und recycelbarer Baustoffe für eine ressourcen- und klimaschonende Zukunft.
  2. Systeme im Lebenszyklus betrachten
    Klimaschutz und Ressourceneffizienz beim Planen, Bauen und  Nutzen von Bauwerken über ihren gesamten Lebenszyklus.
  3. Nachhaltigkeit integral planen und bauen
    Schnelles, konsequentes und interdisziplinäres, innovatives Handeln sowie verbindliche Rahmenbedingungen der Politik.

Positionspapier 2020 

  1. Mobilität - interdisziplinär ausbauen
    Notwendigkeit, massiv in nachhaltige Mobilitätskonzepte und -netze zu investieren und diese konjunkturellen Maßnahmen mit gesellschaftlichen, umweltpolitischen und baukulturellen Anliegen zu verknüpfen.
  2. Infrastruktur - nachhaltig entwickeln
    Erhalt, Modernisierung und Ausbau der Infrastruktur sind gesellschaftlich und politisch vorrangig. Verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Investitionsmaßnahmen unter Lebenszyklusbetrachtungen und mit hoher Gestaltqualität sind unabdingbar.
  3. Räume - intelligent nutzen
    Gut gestaltete öffentliche Räumen sind ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität in Deutschland. Sie stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unterstützen das Anliegen gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land.

Positionspapier 2021

  1. Vision - die gebaute Zukunft neu denken
    Notwendigkeit, das professionelle Handeln Bauschaffender auf eine konkrete Utopie für die gebauten Lebensräume auszurichten. Baukulturelle Anliegen und Lebenszyklusbetrachtungen sind in der Lage, konjunkturelle, umwelt- und gesellschaftspolitische Ziele und Maßnahmen miteinander zu verknüpfen. 
  2. Innovation - kluge Ideen fördern und verankern
    Ressourcenschonendes Bauen als Innovation in der Praxis. Konsequente Forschungsförderung, Anschubfinanzierung und die Nutzung innovativer Ansätze.
  3. Umbau - Verantwortung für die Weiterentwicklung des Bestands übernehmen 
    Das künftige Planungs- und Baugeschehen vermehrt vom Bestand aus denken. Die Wirkung von Ordnungs-, Förder- und Steuerpolitik darauf ausrichten. Gezielte Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen als Grundlage für nachhaltige Investitionsentscheidungen und eine langfristig erfolgreiche Bauwirtschaft.