Bauhistorische Prüfung und SanierungFischerhaus Blankenese
DenkmalschutzSanierungGröße: 417 m² BGFNutzer: Bezirk Altona
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Eines der ältesten erhaltenen Wohnhäuser Hamburgs aus der Zeit von 1570

Das historische Fischerhaus Blankenese in der Elbterrasse 6 gehört nach einer Bausubstanzprüfung in 2018 zu den ältesten erhaltenen Wohngebäuden Hamburgs. Durch zahlreiche Umbaumaßnahmen im Laufe der Zeit besteht das Fischerhauses aus Bauteilen unterschiedlicher Epochen. Das älteste ist laut einer Prüfung des Hamburger Denkmalschutzamtes das Holzgerüst im westlichen Teil – seine Entstehung wird auf  kurz nach 1570 datiert.

 

Umfassende Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten nach einer eingehenden Bestandsprüfung

Zuletzt wurde das Fischerhaus zu einem Teil als Wohnhaus genutzt, zum anderen Teil wurde es an die Kirchengemeinde Blankenese vermietet. 2018 wurde es für die geplanten umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten geräumt und einer vertieften Bestandsuntersuchung unterzogen.

Derzeit ist vorgesehen, mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten im Herbst 2020 zu beginnen und etwa ein Jahr später, im Herbst 2021, die Maßnahmen abzuschließen. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird das Fischerhaus Blankenese an den Bezirk Altona vermietet, der es wiederum an die ursprünglichen Nutzer untervermieten wird.

 

Konstruktion als Zweiständerhaus mit zentraler Diele

Das Blankeneser Fischerhaus wurde als Zweiständerhaus konstruiert und gehört zu der Gruppe der niederdeutschen Fachhallenhäuser. Die beiden angebauten Flügel im Südwesten und Nordosten sind dagegen zweigeschossige Rähmbauten.

Im Gegensatz etwa zu Bauernhäusern aus dieser Zeit, wie sie in Schleswig-Holstein zu finden sind, fehlen dem Fischerhaus landwirtschaftliche Gebäudeteile wie die Lohdiele oder der Stallteil, denn die Bewohner lebten in erster Linie vom Fischfang. Stattdessen teilten sich die Wohnparteien eine zentrale Diele, in der Netze ausgebreitet und dann ausgebessert und geflickt werden konnten.

 

Mehrwohnungshaus mit zusätzlichen späteren Anbauten und Einliegerwohnungen 

Auch die Strukturierung des alten Reetdachhauses ist typisch für Blankeneser Fischerhäuser. Zwei weitestgehend getrennte Einheiten des Doppelhauses wurden durch weitere Anbauten zusammengefügt und mit zusätzlichen Einliegerwohnungen („Lüttwohnungen“) ergänzt. Das Fischerhaus wurde hauptsächlich als Mehrwohnungshaus genutzt, in dem die Bewohner je einen eigenen Zugang zur Diele und den eigenen Küchen hatten. Die Wohnungen bestanden in der Regel aus einem Wohnraum, der von der Küche aus beheizt wurde und mit kunstvoll verzierten Alkoven als Rückzugsort zum Schlafen aufwartete. Über eine kleine Stiege war meist noch eine abgelegene kleine Schlafkammer zu erreichen.

Noch im Jahre 1925 waren alle fünf Wohnungen des Fischerhauses erhalten, von denen die beiden Wohnungen in den Anbauten sogar zwei Wohnräume übereinander hatten. Ab 1965 wurde das Fischerhaus Blankenese zur Altentagesstätte mit einer Einliegerwohnung umgenutzt und im Juni 1967 feierlich durch Hamburgs ersten Bürgermeister Max Brauer eröffnet.

 

Denkmalgerechte Sanierung und behutsame Modernisierung

Sprinkenhof wurde vom Bezirk Altona die Aufgabe übertragen, das Fischerhaus Blankenese unter Beachtung bauhistorischer Vorgaben des Denkmalschutzes instand zu setzen. Dazu gehört unter anderem die Ertüchtigung der Außenfassade und des Fachwerks, die Sanierung der Geschossdecken, der Innenwände sowie des Dachs. Die historischen Fenster und Türen sollen, sofern möglich, denkmalgerecht saniert oder bei Bedarf originalgetreu nachgebaut werden, um den historischen Charakter dieses außergewöhnlichen Zeugnisses seiner Zeit zu bewahren.

Um den Anforderungen einer zeitgemäßen Nutzung zu entsprechen, wird eine neue Heizungsanlage unter Beachtung der heute geltenden energetischen Anforderungen zum zukünftigen Wohlbefinden der Bewohner und Nutzer beitragen. Weiterhin geplant ist die Ertüchtigung der Außenanlage inklusive einer neuen Wegepflasterung.

Unser Kulturimmobilen-Portfolio

Dieses Projekt ist Teil unseres Kulturimmobilien-Portfolios, mit dem wir den Erhalt und die Modernisierung von Hamburgs kulturellem Erbe vorantreiben.

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