Baustart für das Hamburg Fundamental Interactions Laboratory (HAFUN)
Mit einem feierlichen ersten Spatenstich haben heute Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal, Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, der Präsident der Universität Hamburg Prof. Dr. Hauke Heekeren, Martin Sowinski, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH, sowie Prof. Dr. Erika Garutti vom Institut für Experimentalphysik der UHH den offiziellen Start der Bauarbeiten für das Hamburg Fundamental Interactions Laboratory (HAFUN) eingeläutet.
Auf dem Campus der Science City Hamburg Bahrenfeld entsteht mit HAFUN ein einzigartiger Forschungsbau. Künftig werden hier rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Exzellenzclusters Quantum Universe sowie der Physik und der MIN-Fakultät der Universität Hamburg grundlegende Fragen der Teilchenphysik und Kosmologie mit modernster Infrastruktur erforschen. Die Besonderheit: Das neue Forschungsgebäude wird mit seinen hochspezialisierten Laborflächen, Großgeräten und experimentellen Infrastrukturen durch den Einbau verschiedener Sensoren selbst zu einem Messinstrument. Die integrierten Gravity-Labore ermöglichen Präzisionsexperimente zur Gravitationswellenforschung und zur kosmischen Strahlung. In einem der Labore wird ein neun Meter hohes Pendel auf einem luftgefederten Experimentiertisch installiert, das Forschenden neue und bessere Dimensionen ihrer physikalischen Experimentgenauigkeit eröffnet.
Das Bauprojekt wird im Auftrag der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) von der städtischen Sprinkenhof GmbH als Gesamtprojektsteuerer im Mieter-Vermieter-Modell (MVM) realisiert und soll Ende 2029 finalisiert werden. Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf rund 247 Millionen Euro brutto, wobei eine Teilfinanzierung mit Bundes- und Landesmitteln in Höhe von rund 27 Millionen Euro vorgesehen ist.
Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal: „HAFUN ist mehr als ein neues Zuhause für Hamburgs exzellente Physik. Dieses Gebäude wird selbst zu einem Teil der Wissenschaft, indem es als Präzisionsinstrument ganz neue Wege für die Forschung hier in der Science City eröffnet. Zudem wird es mit seiner transparenten Architektur zum Schaufenster in die Wissenschaft und macht deutlich: Wissenschaft ist Teil dieser Stadt und trägt sie in die Zukunft. Ich freue mich sehr, dass dieses einzigartige Bauprojekt mit dem heutigen Spatenstich Wirklichkeit wird.“
Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Das HAFUN wird ein herausragendes Hochschulbauprojekt, das unser städtischer Realisierungsträger Sprinkenhof umsetzt. Um unsere laufende Haushaltsbelastung für dieses ambitionierte Projekt ab Fertigstellung besser stemmen zu können, prüfen wir neben der bereits bestehenden Bundesförderung, inwieweit wir noch Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur nutzen können. Wir haben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten viel vor beim Hochschulbau. Neben herausragenden Solitär-Bauten wie dem HAFUN ist es deshalb unerlässlich, bei weiteren Wissenschaftsbauten stärker auf System- und Modulbau zu setzen, um den Hochschulbau noch effizienter und kostenstabiler hochfahren zu können.“
Prof. Dr. Hauke Heekeren, Präsident der Universität Hamburg: „In HAFUN wird das Gebäude selbst zum Messinstrument für physikalische Präzisionsexperimente. Diese Infrastruktur ermöglicht dem Exzellenzcluster Quantum Universe Forschungsarbeiten, die weltweit nur an wenigen Standorten realisierbar sind. Für uns als Universität Hamburg ist das eine langfristige Verpflichtung, diese besonderen Voraussetzungen sowohl in exzellente Forschung als auch in die Qualifizierung von Nachwuchsforschenden zu übersetzen.“
Martin Sowinski, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH: „HAFUN vereint exzellente Grundlagenforschung mit technologischer Innovation und gesellschaftlicher Wirkung und stärkt Hamburgs Position als international sichtbarer Wissenschaftsstandort. Wir freuen uns, mit HAFUN als drittem Projekt die Reihe der Physik-Gebäude in der Science City Hamburg-Bahrenfeld zu vervollständigen. Nach den erfolgreich realisierten Projekten CHyN und HARBOR starten wir nun gemeinsam mit allen Beteiligten in die Bauphase und wünschen uns allen einen reibungslosen und unfallfreien Bauablauf.“
Prof. Dr. Erika Garutti, Institut für Experimentalphysik der Universität Hamburg und Sprecherin des Exzellenzclusters Quantum Universe: „Mit HAFUN entsteht ein Gebäude, das weit mehr ist als ein Labor – es wird selbst Teil unserer Experimente. Hier schaffen wir die Voraussetzungen, fundamentale Fragen der Physik zu erforschen – von der Dunklen Materie bis zu Gravitationswellen. HAFUN wird die neue Heimat der experimentellen Forschung von Quantum Universe und bietet die Infrastruktur für bahnbrechende Experimente, die internationale Zusammenarbeit fördern und Spitzenforscherinnen und -forscher aus aller Welt anziehen.“
Der Neubau umfasst sieben Vollgeschosse, davon drei Unter- und vier Obergeschosse, mit insgesamt rund 19.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche. Architektonisch prägt eine helle, markante Fassade das Gebäude. Ein transparentes Erdgeschoss und großzügige Öffnungen machen Forschung sichtbar, während das Observatorium auf der begrünten Dachterrasse als identitätsstiftendes Element für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit dient.
Das Architektur- und Gestaltungskonzept verbindet ein funktional klares Layout mit nachhaltigen Materialien und hoher Aufenthaltsqualität. Zwei miteinander verbundene Baukörper schaffen kurze Wege, begrünte Innenhöfe und öffentliche Plätze. Das Erdgeschoss fungiert als Schnittstelle zur Öffentlichkeit, während eine zentrale Wendeltreppe alle Ebenen bis zum Dach miteinander verknüpft. Viel Tageslicht und transparente Raumstrukturen fördern Austausch, interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein kommunikatives Arbeitsumfeld.
Der Bauprozess lässt sich auch mit einer Baustellenkamera nachverfolgen.
Optimale Lage für vernetzte Spitzenforschung in Hamburg
HAFUN entsteht in direkter Nachbarschaft zu bestehenden Physikgebäuden der Universität Hamburg, des Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY und weiterer Forschungseinrichtungen. Diese räumliche Nähe stärkt die Vernetzung vor Ort und schafft optimale Voraussetzungen, um die wissenschaftlichen Ziele des Exzellenzclusters Quantum Universe voranzutreiben. Acht Arbeitsgruppen der Experimentalphysik sollen in diesem Gebäude eine neue Heimat finden und die dortigen Speziallabore für die Erforschung fundamentaler Wechselwirkungen in der Kosmologie und der Teilchenphysik nutzen.
Konkret werden sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insbesondere mit den Eigenschaften des Higgs-Boson-Elementarteilchens befassen. Auch die Untersuchung weiterer Teilchen und ihrer Wechselwirkungen innerhalb des Standardmodells der Elementarteilchenphysik ist geplant. Außerdem werden sich die Arbeitsgruppen mit der Beobachtung und Vermessung Dunkler Materie beschäftigen sowie mit der Untersuchung von Phasenübergängen im frühen Universum durch die Beobachtung von Gravitationswellen. Einen wichtigen Bestandteil des Forschungsprogramms bilden auch KI-Methoden.
Forschungsgruppen aus dem Bereich „Teilchen- Astro- und Mathematische Physik“ werden in HAFUN angesiedelt. Dieser Bereich ist einer von fünf Forschungsschwerpunkten der Exzellenzuniversität Hamburg. Die in HAFUN angesiedelten Gruppen sind integraler Bestandteil des Exzellenzclusters „Quantum Universe“, der MIN-Fakultät und des Fachbereichs Physik.
Die Science City Hamburg-Bahrenfeld – Forschen und Studieren
Die Science City Hamburg Bahrenfeld ist eines der größten und wichtigsten Zukunftsprojekte Hamburgs. Sie bringt internationale Spitzenforschung und universitäre Ausbildung mit innovativen Unternehmen, moderner Stadtentwicklung lebenswerter Nachbarschaft zusammen. Die Science City Hamburg Bahrenfeld wird bis in die 2040er Jahre auf insgesamt 125 Hektar realisiert. Zu den Partnern zählen das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY, European XFEL, Fraunhofer-Gesellschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Universität Hamburg und viele weitere hochkarätige Akteure. Zugleich entstehen Flächenangebote für Unternehmen in einem einzigartigen Innovationsökosystem sowie neue Nachbarschaften mit tausenden bezahlbaren Wohnungen. Die Entwicklung erfolgt in enger Zusammenarbeit von Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

































































































































































































































