Presserundgang auf Kampnagel: Einblick in einen außergewöhnlichen Transformationsprozess
Im Rahmen einer exklusiven Hintergrundführung haben Kampnagel und die Sprinkenhof GmbH heute Vertreter*innen der Presse über die bevorstehende umfassende Sanierung und Weiterentwicklung des internationalen Produktionszentrums informiert. Ab Sommer 2026 wird sich Kampnagel in einem mehrjährigen Prozess baulich und funktional erneuern – bei laufendem Spiel- und Veranstaltungsbetrieb. Gemeinsam mit dem renommierten französischen Architekturbüro Lacaton & Vassal (Pritzker-Preis 2021), der Stadt Hamburg, der Sprinkenhof GmbH und unterstützt durch den Bund wird der denkmalgeschützte Industriestandort behutsam erweitert und neu gedacht. Ziel ist es, Kampnagel als größtes Produktionshaus für Freie Darstellende Künste in Europa langfristig zukunftsfähig aufzustellen, ohne den besonderen Charakter des Ortes zu verlieren.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: »Mit der umfangreichen Sanierung und Weiterentwicklung von Kampnagel stärken wir diesen international herausragenden Produktionsort, der immer wieder wichtige künstlerische und gesellschaftliche Impulse setzt. Dies ist ein starkes Zeichen für die Zukunft von Kampnagel und unterstreicht die Bedeutung freier künstlerischer Arbeit für unsere Gesellschaft. Mit Lacaton & Vassal konnten wir ein renommiertes Architekturbüro für die Weiterentwicklung von Kampnagel gewinnen, die ein hervorragendes Gespür für die besondere denkmalgeschützte Architektur und die kulturelle Bedeutung dieses Ortes haben.«
Im Mittelpunkt der Hintergrundführung standen die architektonischen und konzeptionellen Leitlinien des Projekts, der geplante Bauablauf sowie die Auswirkungen auf den laufenden Betrieb. Kampnagel bleibt während der gesamten Bauzeit geöffnet und bespielt – der Ort wird zu einer sogenannten performativen Baustelle, in der künstlerische Produktion, Öffentlichkeit und Transformation sichtbar ineinandergreifen.
»Diese Modernisierung ist weit mehr als ein baulicher Eingriff – sie ist eine notwendige Weiter-entwicklung unseres Produktionsortes«, erklärten Intendantin Amelie Deuflhard und Geschäftsführer Jonas Zipf. »Um weiterhin international auf höchstem künstlerischem Niveau arbeiten zu können, brauchen wir neue räumliche, technische und strukturelle Voraussetzungen. Gleichzeitig bewahren wir bewusst die Atmosphäre und Geschichte dieses Ortes.«
Andrea Hagedorn, die bei der Sprinkenhof GmbH die übergeordnete Projektsteuerung des Gesamtprojektes verantwortet, fügt hinzu: »Die Transformation von Kampnagel ist eine anspruchsvolle Balance aus vielen, teils widersprüchlichen Anforderungen: modernste Bühnentechnik, höchste Nachhaltigkeitsstandards und Energieeffizienz, mehr Barrierefreiheit und Offenheit für Stadt und Nachbarschaft – und das alles im sensiblen Kontext denkmalgeschützter Hallen. Gleichzeitig soll Kampnagel wachsen, obwohl der Raum dafür extrem begrenzt ist. Der Hochbau wird damit auch logistisch zur Herausforderung. Wir setzen deshalb auf das Lego-Prinzip: Die Stahlkonstruktion der neuen Halle entsteht aus modularen Bauteilen, die wir Schritt für Schritt anliefern und direkt vor Ort zusammensetzen. Pläne sind das Eine – aber jede Baustelle entwickelt ihre eigene Realität. Umso mehr schätze ich die enge Zusammenarbeit mit den hochkompetenten Teams an Bord – sie ermöglicht einen kontinuierlichen Austausch, aus dem immer wieder neue, tragfähige Lösungen entstehen.«
Die Planungen sehen eine umfassende veranstaltungs- und haustechnische Modernisierung des Bestands vor sowie zwei ergänzende Neubauten: Eine zusätzliche Halle, die auf bestehende Strukturen aufgesetzt wird und neue Proben-, Werkstatt- und Lagerräume schafft, sowie ein Resi-denzgebäude für internationale Künstler*innen, das längere Arbeitsaufenthalte und die Residenz-programme auf Kampnagel stärkt. Die enge Abstimmung mit dem Denkmalschutz ist dabei zentraler Bestandteil der Planung.
Anne Lacaton, Lacaton & Vassal, betont: »Wir verstehen das Projekt als Weiterbauen im Bestand. Kampnagel ist ein Ort des Schaffens – früher industriell, heute künstlerisch. Unsere Architektur setzt diese Geschichte fort, indem sie Räume erweitert, öffnet und neue Nutzungen ermöglicht.«
Auch Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit spielen eine zentrale Rolle: Trotz einer geplanten Erweiterung der Nutzflächen um bis zu 50 Prozent wird der Energieverbrauch des laufenden Betriebs deutlich reduziert – unter anderem durch eine Einsparung des Wärmebedarfs der Bestandsgebäude um rund 70 Prozent.
Die Sanierung und Erweiterung wird durch den Bund mit 60 Millionen Euro gefördert, die Stadt Hamburg trägt die übrigen Kosten. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 168 Millionen Euro.

































































































































































































































