Richtfest der Jugendhilfeeinrichtung „Casa Luna“ in Hamburg-Groß Borstel
Am 20.05.2026 wurde das Richtfest für das neue Gebäudeensemble feierlich begangen. Mit der Einrichtung entsteht ein modernes, pädagogisch und therapeutisch ausgerichtetes Angebot für Kinder mit komplexem Betreuungsbedarf. Bauherr und Realisierungsträger ist die Sprinkenhof GmbH. Auftraggeber und Mieter ist die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung, Betreiber und Nutzer wird der Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB) sein. Die Fertigstellung des Casa Luna ist für Mitte 2027 geplant.
Auf einer Teilfläche der ehemaligen Volksschule Groß Borstel im Bezirk Hamburg-Nord entsteht am Klotzenmoorstieg 4 eine neue Jugendhilfeeinrichtung für insgesamt 16 Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren mit komplexem pädagogischen und psychiatrischen Unterstützungsbedarf. Das Angebot wird in enger Kooperation zwischen der Familienbehörde, dem LEB, dem Universitätsklinikum Eppendorf sowie den bezirklichen Jugendämtern umgesetzt.
Michaela Peponis, Staatsrätin für Familie: „Damit Kinder gesund, sicher und gestärkt aufwachsen, bedarf es eines stabilen und verlässlichen Umfelds, das ihnen Orientierung und Halt gibt. Die wichtigste Grundlage dafür ist die Familie – dort, wo Kinder Geborgenheit erfahren und bei ihren ersten Schritten in die Welt begleitet werden. Neben den Regelangeboten in Kitas und Schulen, die Kindern ein förderliches und sicheres Aufwachsen ermöglichen, braucht es zusätzliche Hilfen für diejenigen, die sich in schwierigen Belastungssituationen befinden. Hamburg verfügt bereits über vielfältige Angebote der Jugendhilfe, Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie, die fortlaufend weiterentwickelt werden. Gleichzeitig fehlte bislang eine multimodal aufgestellte Einrichtung für eine kleine Gruppe von Kindern mit komplexen und langandauernden pädagogischen und therapeutischen Unterstützungsbedarfen. Sie mussten bisher außerhalb Hamburgs untergebracht werden, wodurch wichtige soziale Beziehungen eingeschränkt oder sogar unterbrochen wurden. Umso bedeutender ist es, dass wir bald mit der Jugendhilfeeinrichtung Casa Luna ein spezialisiertes und passgenaues Angebot in Hamburg schaffen. Ziel ist es, künftig alle relevanten Professionen und Unterstützungsstrukturen an einem Ort zu bündeln – dort, wo die Kinder leben und umfassend begleitet werden.“
Dr. Bettina Schomburg, Bezirksamtsleiterin Hamburg-Nord: „Mit Casa Luna entsteht in Hamburg-Nord eine neue Jugendhilfeeinrichtung, die eine wichtige Lücke im bestehenden Angebot schließt. Das ganzheitliche Betreuungskonzept und die enge Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) stehen für hohe Betreuungsqualität. Der Baufortschritt und das heutige Richtfest sind ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu einem sicheren und unterstützenden Zuhause auf Zeit für Kinder und Jugendliche. Der Standort fügt sich gut in den Stadtteil Groß Borstel ein und wir hoffen, dass er auch von der lebendigen Nachbarschaft getragen werden wird.“
Martin Sowinski, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH: „Das heutige Richtfest markiert einen wichtigen Meilenstein für dieses besondere Bauvorhaben. Mit Casa Luna realisieren wir gemeinsam mit allen Beteiligten einen modernen und nachhaltigen Neubau, der architektonisch neue Wege geht. Die offene, mondsichelförmige Gebäudestruktur, der hohe Anteil natürlicher Materialien sowie die umfangreichen Grün- und Bewegungsflächen schaffen eine Umgebung, die gezielt das Wohlbefinden und die Entwicklung der Kinder unterstützt. Gleichzeitig folgte die Planung dem Leitgedanken der ‚Healing Architecture‘: Viel Tageslicht, Blickbeziehungen ins Grüne sowie geschützte Rückzugs- und Aufenthaltsorte schaffen eine beruhigende und unterstützende Atmosphäre. Wir danken allen Projektpartnern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünschen weiterhin viel Erfolg.“
Architektur und Gebäudekonzept
Der Neubau wird als Hybridbau aus Stahlbeton, Mauerwerk und Holzbau errichtet und umfasst zwei Vollgeschosse, ein Staffelgeschoss sowie eine Teilunterkellerung. Die außergewöhnliche, mondsichelförmige Gebäudekubatur hebt sich bewusst von klassischen, geradlinigen Bauformen ab. Ziel der Planung ist es, möglichst viele Aspekte einer sogenannten „Healing Architecture“ in die Einrichtung zu integrieren. Große Fensterflächen mit Blick ins Grüne, viel Tageslicht, ruhige Farbgestaltung sowie zahlreiche Rückzugsorte im Innen- und Außenbereich werden eine beruhigende und unterstützende Atmosphäre für die Kinder schaffen.
Die Einrichtung umfasst vier Einheiten: eine Clearinggruppe, zwei Wohngruppen sowie zentrale Bildungs-, Therapie-, Freizeit- und Verwaltungsbereiche. Ergänzt wird das Raumangebot durch einen Bewegungsraum im Untergeschoss, Dachterrassen sowie vielfältige gemeinschaftlich nutzbare Aufenthaltsbereiche.
Außenanlagen und Freiraumgestaltung
Die rund 2.750 Quadratmeter große Außenanlage gliedert sich in mehrere Funktionsbereiche. Der Vorgarten dient der Erschließung des Grundstücks mit Stellplätzen, Fahrradabstellanlagen, Müllboxen und Trafostation. Bestehende Altbäume entlang der Straße bleiben erhalten und werden durch zusätzliche großkronige Bäume und Strauchpflanzungen ergänzt.
Der geschützte Innenhof mit Sitzmöglichkeiten, Pflanzinseln und geschwungenen Wegen bietet Raum für Begegnung und Aufenthalte im Freien. Im südlichen Außenbereich entstehen Spiel- und Bewegungsangebote. Hochbeete und großzügige Grünflächen ergänzen das naturnahe Freiraumkonzept.
Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist der Dachgarten für die Kinder der Clearinggruppe. Extensive Begrünung, Hochbeete, Pergolaelemente und geschwungene Sitzbereiche schaffen einen geschützten Aufenthaltsort. Die übrigen Dachflächen werden begrünt und mit 60 Photovoltaikmodulen ausgestattet, die eine Gesamtleistung von 30 kWp erreichen.
Nachhaltigkeit und technische Infrastruktur
Nachhaltigkeit spielt bei dem Neubau eine zentrale Rolle. Neben der extensiven Dachbegrünung und der Nutzung von Solarenergie wird Regenwasser über drei Zisternen mit einem Gesamtvolumen von rund 30 Kubikmetern gesammelt und künftig zur WC-Spülung sowie zur Gartenbewässerung verwendet. Zusätzlich wurde eine Regenwasserrückhalterigole mit einem Fassungsvermögen von rund 110 Kubikmetern im Erdreich installiert.
Hintergrund
Das Grundstück am Klotzenmoorstieg gehörte ursprünglich zur ehemaligen Volksschule Groß Borstel und war zuletzt bis zum Verkauf im Jahr 2021 an die Sprinkenhof GmbH durch die Elbe-Werkstätten GmbH genutzt worden. Die früheren Schulgebäude aus den Jahren 1959/60 wurden bereits 2011 abgerissen. Seitdem lag die Fläche brach. Mit dem Neubau Casa Luna wird das Grundstück nun einer neuen sozialen Nutzung zugeführt und nachhaltig entwickelt.
Es entsteht ein innovativer Ort der Jugendhilfe, der pädagogische Betreuung, therapeutische Unterstützung und heilende Architektur miteinander verbindet und Kindern in herausfordernden Lebenssituationen neue Perspektiven eröffnet.



































































































































































































































