Hinter den Kulissen in der Laeiszhalle: Moderne Gebäudetechnik trifft auf Stuck aus 1908
Während Hamburg in den Sommerferien entspannte, liefen in der Laeiszhalle die Arbeiten auf Hochtouren. In der rund siebenwöchigen Spielzeitpause wurde an Hamburgs historischem Konzerthaus intensiv gearbeitet. Für die ausführenden Gewerke bedeutete das: zahlreiche Arbeiten mussten präzise geplant, koordiniert und innerhalb eines eng begrenzten Zeitfensters umgesetzt werden.
Ein besonderer Schwerpunkt der diesjährigen Sanierungsphase lag auf der Restaurierung des historischen Treppenfoyers. Die originale Gestaltung aus der Bauzeit der Laeiszhalle wurde behutsam instandgesetzt. Stuckflächen wurden gereinigt, historische Farbschichten abgetragen, Fehlstellen restauriert und vergoldete Elemente überarbeitet. Für den neuen Anstrich diente der historische Befund als Grundlage. Sämtliche Arbeiten erfolgten unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Vorgaben.
Gleichzeitig wurden Wände, Decken und Böden geöffnet, um die erforderliche moderne Haus- und Sicherheitstechnik in die über 100 Jahre alte Bausubstanz zu integrieren. Dabei galt es, technische Anforderungen und den sensiblen Umgang mit dem historischen Bestand miteinander in Einklang zu bringen.
Arbeiten im laufenden Konzertbetrieb
Die Sanierung der Laeiszhalle stellt auch aufgrund ihres besonderen Bauablaufs hohe Anforderungen an Planung und Logistik. Seit 2018 wird das Gebäude schrittweise bei laufendem Konzertbetrieb saniert. Für die einzelnen Bauabschnitte steht daher im Wesentlichen die jährliche Sommerpause von etwa sieben bis acht Wochen zur Verfügung.
In diesem kurzen Zeitraum müssen Baustellen eingerichtet, historische Bauteile gesichert und restauriert, technische Anlagen integriert sowie Ausbau- und Oberflächenarbeiten ausgeführt werden. Anschließend wird die Baustelle wieder vollständig zurückgebaut, damit der Konzertbetrieb pünktlich zur neuen Spielzeit aufgenommen werden kann.
Rekonstruktion der Walcker-Orgel von 1908
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der aktuellen Sanierungsphase ist der Einbau der rekonstruierten ursprünglichen Walcker-Orgel von 1908. Das empfindliche Instrument wurde während der Bauarbeiten durch umfangreiche Staubschutzmaßnahmen geschützt. Der vollständige Einbau sowie das Stimmen der Orgel soll voraussichtlich in der kommenden Spielzeitpause abgeschlossen werden.
Die Arbeiten an der Laeiszhalle zeigen exemplarisch, welche besonderen Anforderungen die Sanierung historischer Gebäude mit sich bringt: Denkmalgeschützte Bausubstanz muss bewahrt, moderne technische Standards müssen integriert und sämtliche Arbeiten müssen mit den Anforderungen eines laufenden Kulturbetriebs in Einklang gebracht werden.
Unser Team trägt mit präziser Ausführung, enger Koordination der beteiligten Gewerke und einer sorgfältigen Planung dazu bei, dass die historische Substanz der Laeiszhalle erhalten bleibt – und gleichzeitig fit für die Zukunft wird.
Wenn die nächste Spielzeit beginnt, soll von den intensiven Arbeiten der Sommerpause möglichst nichts mehr zu sehen sein. Genau darin liegt eine der besonderen Herausforderungen dieses Projekts.
Unsere Kollegin Claudia Dräger nimmt Sie im Video mit hinter die Kulissen der spannenden Baumaßnahmen aus der diesjährigen Sommerpause. Viel Vergnügen!








































































































































































































































