Nachhaltige Nutzung für die „Oole Wach“: Sanierung von Finkenwerders Ex-Polizeiwache erfolgreich abgeschlossen
Finkenwerders ehemalige Polizeiwache „Oole Wach“ ist nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit nachhaltig revitalisiert. Die umfassenden baulichen und technischen Instandhaltungsmaßnahmen der städtischen Sprinkenhof GmbH sind in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt erfolgreich abgeschlossen. Das im Ortszentrum am Steendiek 14 gelegene Gebäude hat sich über seine wechselvolle Geschichte hinweg zu einer wichtigen Institution für Finkenwerder und darüber hinaus entwickelt. Ursprünglich als Gaststätte errichtet und später als Polizeistation genutzt, ist die „Oole Wach“ seit vielen Jahren Heimat des Vereins „Finkwarder Speeldeel e. V.“. Als bedeutendes Kulturdenkmal wurde das Gebäude nun für die Zukunft bewahrt und zugleich technisch und energetisch zukunftsfähig gemacht.
Nach intensiven bauhistorischen Untersuchungen und der Erteilung der Baugenehmigung im Januar 2024 wurde das Gebäude umfassend saniert. Dabei galt es, die individuellen Anforderungen des Denkmalschutzes mit den notwendigen statischen und brandschutztechnischen Ertüchtigungen sowie einer energetischen Optimierung in Einklang zu bringen. Das Außenmauerwerk, insbesondere das Klinkermauerwerk, wurde instandgesetzt und beschädigte Klinkersteine wurden teilweise erneuert. Fenster und Türen wurden saniert oder erneuert. Zudem wurden das Dach und sein Tragwerk instandgesetzt und ertüchtigt. Auch die technische Gebäudeausrüstung wurde modernisiert: Die Wärmeversorgung erfolgt künftig über eine Wärmepumpe. Auf den straßenabgewandten Dachflächen wurde außerdem eine Photovoltaikanlage installiert. Der erzeugte Solarstrom kann zu großen Teilen für den Betrieb der Wärmepumpe und die Beleuchtung der Allgemeinbereiche genutzt werden. Die Neugestaltung der Außenanlagen steht aktuell noch aus. Bis auf das Dachgeschoss ist das Gebäude vollständig vermietet, die Übergabe an die Nutzer ist für Anfang September vorgesehen.
Die Kosten des Projektes belaufen sich auf die veranschlagten rund 4,1 Mio. Bereitgestellt wurden die Mittel durch den Bund, das Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm (HWSP), reguläre Haushaltsmittel der Finanzbehörde sowie durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte.
Hintergrund
Das 1903 ursprünglich als Gaststätte errichtete Gebäude wurde ab 1934 als Polizeiwache genutzt und erhielt den plattdeutschen Namen „De Oole Wach“. Seit 2013 steht es als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz. Bereits seit 1982 ist die „Oole Wach“ Heimat des norddeutschen Folklorevereins Finkwarder Speeldeel e. V. Dank des großen Engagements der Finkenwerder Ortsgemeinschaft konnte das Gebäude erhalten und im April 1983 nach zahlreichen ehrenamtlichen Arbeitsstunden feierlich eröffnet werden.
Heute ist die Finkwarder Speeldeel e. V. die Hauptnutzerin der „Oole Wach“ und nutzt die Räumlichkeiten im 1. Unter- und 1. Obergeschoss. Darüber hinaus wird das Gebäude von weiteren ortsansässigen Institutionen und Gewerbetreibenden genutzt: Im Erdgeschoss befinden sich der SPD Distrikt Finkenwerder, die SBB Produktionsschule GmbH, die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. sowie ein Büro für Grafikdesign.
Um das kulturelle Erbe und die denkmalgeschützte ehemalige Polizeiwache langfristig zu sichern, war mehr als 100 Jahre nach ihrer Errichtung eine umfassende Sanierung erforderlich. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien beauftragten die Sprinkenhof GmbH als Realisierungsträgerin der Freien und Hansestadt Hamburg mit der denkmalgerechten Instandsetzung. Ziel war es, die Betriebsfähigkeit der „Oole Wach“ als kulturelle Begegnungsstätte im Stadtteil nachhaltig zu sichern.







































































































































































































































