Das Bürgerhaus Bornheide erhält eine Klimafassade und wird zur Klimaoase
Das Bürgerhaus Bornheide feiert den Auftakt zu umfassenden Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen, die den Standort fit für eine klimaangepasste Zukunft machen sollen. Im ersten Bauabschnitt werden die Fassaden der sechs Gebäude überarbeitet, erhalten je eine zweite Fassadenebene – die „Klimafassade“ – und werden begrünt. Im zweiten Bauabschnitt wird das Außengelände klimafreundlich umgestaltet mit nachhaltiger Regenwasserbewirtschaftung, mehr Grün und bedarfsgerechter Ausstattung. So entsteht eine „Klimaoase“ für das Quartier.
Feierlich wurde heute die erste symbolische Fassadenpflanze am „Roten Haus“ des Bürgerhauses Bornheide gegossen. Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Dr. Sebastian Kloth, Bezirksamtsleiter Hamburg-Altona, Markus Schneider, Leitung des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein, sowie Jan Zunke, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH, gaben mit Gießkannen in den Händen den Startschuss für die umfassenden Sanierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen. Ziel ist es, das Bürgerhaus Bornheide als zentralen Treffpunkt im Fördergebiet Osdorfer Born / Lurup des Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) für die Zukunft baulich gut aufzustellen. Dabei wird von Beginn an eine innovative und klimagerechte Lösung angestrebt.
Klimafassade
Um die Aufenthaltsqualität rund um das Bürgerhaus Bornheide zu verbessern und das Bürgerhaus klimaangepasst in die Zukunft zu führen, sollen im Frühjahr 2027 zunächst die Fassaden der sechs Gebäude saniert werden. Neben einem neuen Anstrich aller Hausfassaden sowie frischem Putz am „roten Haus“ sind an der bestehenden Außenwand vorgestellte Fassadenelemente aus Holz und Stahl, Holzlamellen für den Sonnenschutz sowie Rankgitter für bodengebundene Kletterpflanzen geplant. Sie sollen künftig für eine üppige Fassadenbegrünung sorgen.
Die Vertikalbegrünung verbessert künftig nicht nur das Mikroklima, sondern schützt auch das Wärmeverbundsystem, minimiert den Wärmeverlust über die Außenwand und unterstützt den Artenschutz, indem sie beispielsweise Vögeln Lebensraum bietet und sie gleichzeitig von der eigentlichen Fassadenhaut fernhält. In Abstimmung mit dem NABU werden außerdem Nistkästen in die Fassade integriert.
Auf drei Gebäuden soll eine PV-Anlage installiert werden. Diese ermöglicht es, einen Teil des Energiebedarfs für das Bürgerhaus vor Ort klimafreundlich zu decken und so auch die künftigen Betriebskosten positiv zu beeinflussen.
Klimaoase
Nach Abschluss des Teilprojekts „Klimafassade“ folgt der zweite Bauabschnitt „Klimaoase“. Dabei werden die Außenanlagen des rund 23.000 qm großen Grundstücks klimafreundlich umgestaltet. Geplant sind große Grünflächen, die zum Verweilen einladen, ein Wasserspiel und neue naturnahe Aufenthaltsflächen mit passenden Sitzmöglichkeiten, einem Amphitheater sowie Spiel- und Klettergeräten für Kinder und Jugendliche.
Im Rahmen der Umsetzung der Strategie zur Anpassung Hamburgs an den Klimawandel spielt die RegenInfraStrukturAnpassung (RISA) eine zentrale Rolle: Regenwasser soll künftig möglichst vor Ort genutzt und versickert werden. Dach- und Freiflächen des Bürgerhauses werden dafür vom bestehenden Regenwassernetz getrennt. Das Wasser wird oberirdisch zu Versickerungsmulden oder Regenwasserspeichern geleitet und kann zur Bewässerung der Grünflächen genutzt werden. Überschüssiges Wasser wird über unterirdische Speicher und Versickerungsanlagen in den Boden geleitet.
Ein neues LED-Beleuchtungssystem für die Außenanlagen sowie ein optimiertes Wegeleitsystem runden das Gesamtpaket „Klimaoase“ ab und führen das Bürgerhaus Bornheide in eine klimafreundliche Zukunft.
Die Maßnahmen kosten insgesamt über 7 Millionen Euro. Davon trägt die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen rund 3 Millionen Euro aus dem Stadtentwicklungsfonds Lebendige Quartiere und rund 2 Millionen Euro aus RISE-Mitteln (Rahmenprogramm Integrierte Stadtentwicklung) bei; für die Umsetzung einer RISA-Best-Practice-Maßnahme stellt die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft rund 900.000 Euro aus Klimaanpassungsmitteln zur Verfügung. Weitere Finanzierungsbeiträge kommen von der Finanzbehörde, vom Sanierungsfonds der Bürgerschaft und aus dem investiven Quartiersfonds.
Stadtentwicklungsfonds Lebendige Quartiere
Mit dem Stadtentwicklungsfonds der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen werden Projekte gefördert, die gute Nachbarschaften stärken, die Lebensqualität der Menschen erhöhen und zur sozialen Stabilisierung beitragen. Ziel ist es, Nachbarschaften eng zu verknüpfen und eine lebendige Quartiersentwicklung zu fördern. Die Fördermittel werden insbesondere in Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf und einer hohen Einwohnerdichte eingesetzt. Quartiersbezogene soziale und soziokulturelle sowie gesundheits- und bewegungsfördernde Infrastruktur soll erneuert oder bedarfsgerecht modernisiert und ausgebaut, Wohnumfelder und öffentliche Räume und Grünanlagen attraktiv und barrierefrei gestaltet und Orte der Begegnung und Kommunikation im öffentlichen Raum geschaffen werden. Mit Investitionen in Quartiershäuser und Nachbarschaftstreffs ebenso wie in attraktive Freiräume oder Bewegungsmöglichkeiten sollen einladende Begegnungsorte gefördert werden. Um Quartiere im Sinne eines „Wohnen bleiben im Quartier“ stärker auf die Bedürfnisse älterer Menschen auszurichten, werden altersgerechte Umbauten im Quartier und sozialintegrative Maßnahmen wie bspw. Betreuungsangebote gefördert. Auch sozialintegrative Maßnahmen zur Inklusion, Integration und Teilhabe benachteiligter Bevölkerungsgruppen werden unterstützt.
Gemeinsam mit den Behörden und den sieben Bezirksämtern werden laufend neue Projekte für eine Förderung abgestimmt. Seit der Einrichtung des Stadtentwicklungsfonds 2021 werden bereits 84 Maßnahmen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 130 Mio. Euro gefördert. Hierfür werden insgesamt rund 70 Mio. Euro aus dem Stadtentwicklungsfonds bereitgestellt.
Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE)
Das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) fördert lebendige stabile Quartiere und damit den sozialen Zusammenhalt in der Stadt. Es fasst die Programme der Bund-Länder-Städtebauförderung unter einem Dach zusammen mit dem Ziel, Quartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf städtebaulich aufzuwerten und sozial zu stabilisieren. Die Lebensqualität in den Quartieren wird durch Investitionen in die Bildungsinfrastruktur und soziale Infrastruktur, in das Wohnumfeld, in die Qualifizierung öffentlicher Plätze, Freiflächen und Grünanlagen sowie Stärkung von Versorgungsstrukturen verbessert. Hamburg hat derzeit 26 RISE-Quartiere ausgewiesen, die in den verschiedenen Programmen der Städtebauförderung gefördert werden. Insgesamt werden 28 Fördergebiete gezählt, da einige Quartiere in mehreren Programmen der Städtebauförderung festgelegt sind.
RegenInfraStrukturAnpassung (RISA)
Das Ziel der RISA ist es, Regenwasser als wichtigen Faktor in der Stadtgestaltung Hamburgs konsequent zu berücksichtigen. RISA verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl die Vorsorge vor Starkregenereignissen und die nachhaltige Nutzung von Regenwasser als auch den Schutz der Gewässer und die Förderung eines naturnahen Wasserhaushalts umfasst. Durch interdisziplinären Austausch, die Entwicklung praxisnaher Planungshilfen, gezielte Förderprogramme und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt RISA die Umsetzung der Schwammstadt in Hamburg. Auf www.risa-hamburg.de finden sich Informationen zu verschiedenen RISA-Maßnahmen, zu bereits realisierten Projekten und zu dem RISA-Förderprogramm.












































































































































































































































