Meilenstein für Hamburgs Feuerwehr: Erste zusätzliche Feuerwache seit 60 Jahren eingeweiht
Mit der feierlichen Einweihung einer 18. Feuer- und Rettungswache Schnelsen stärkt Hamburg die Sicherheitsinfrastruktur im Hamburger Nordwesten
Die Hamburgische Immobiliengesellschaft für Polizei- und Feuerwehrgebäude mbH & Co. KG ist Bauherrin des rund 35 Mio. Euro umfassenden Neubaus. Die Sprinkenhof GmbH hat als Realisierungsträger die Planung und Umsetzung des Projekts übernommen. Bedarfsträger ist die Behörde für Inneres und Sport, Nutzer und Mieter des neuen Standorts ist die Berufsfeuerwehr Hamburg. Bei der feierlichen Einweihung sprachen Hamburgs Innensenator Andy Grote, Christian Zierau, Bezirksamtsleiter Eimsbüttel, Martin Timmler, stellvertretender Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg, und Jan Zunke, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH, Grußworte. Sie würdigten die Bedeutung des neuen Standorts für Sicherheit und Gefahrenabwehr in Hamburg.
Als erste zusätzliche Feuerwache Hamburgs seit 1966 an einem vollständig neuen Standort stärkt die Feuer- und Rettungswache F17 den Grundschutz und die rettungsdienstliche Versorgung im Hamburger Nordwesten. Sie ist zugleich die dritte und letzte der sogenannten Portalwachen, die im Zuge des Ausbaus der A7 und der Errichtung der Lärmschutzdeckel in unmittelbarer Nähe zur Autobahn entstanden sind. Durch den neuen Standort können Einsatzkräfte Schnelsen und Niendorf schneller erreichen und übernehmen zugleich eine wichtige Funktion für die Sicherheit im Bereich des A7-Tunnels. Auf dem rund 6.000 qm großen Grundstück am Schleswiger Damm bietet der Neubau moderne und funktionale Bedingungen für den Einsatz- und Ausbildungsbetrieb. Rund um die Uhr stehen ein Löschzug und drei Rettungswagen zur Verfügung; zusätzlich übernimmt die Wache die Rettungswache Niendorf mit zwei weiteren Fahrzeugen. Zum Einsatzgebiet gehören unter anderem das Albertinen Krankenhaus, ein großes Möbelhaus sowie die A7 mit ihrem Tunnelabschnitt im Bereich Schnelsen.
Anspruchsvolles Bauprojekt im besonderen Landschaftsraum
Der Neubau entstand auf einem bislang unerschlossenen Grundstück in besonderer landschaftlicher und städtebaulicher Lage. Das Areal grenzt unmittelbar an ein Landschaftsschutzgebiet, liegt in der Eimsbütteler Landschaftsachse und umfasst Flächen des Biotopverbunds, die zuvor im Zusammenhang mit dem Ausbau der A7 als Ausgleichsflächen genutzt wurden. Mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan wurde das Grundstück 2022 planungsrechtlich für den Neubau der Feuer- und Rettungswache vorbereitet. Die unmittelbare Nachbarschaft zu einem denkmalgeschützten Hofensemble stellte dabei besondere Anforderungen an Erschließung, Planung und Umsetzung. Als Realisierungsträger hat Sprinkenhof diese besonderen Rahmenbedingungen mit den hohen funktionalen Anforderungen an eine moderne Feuer- und Rettungswache in Einklang gebracht.
So verbindet die neue Feuer- und Rettungswache leistungsfähige Sicherheitsinfrastruktur mit einem sensiblen Umgang mit dem besonderen Landschafts- und Stadtraum.
Moderne Infrastruktur für Feuerwehr und Rettungsdienst
Die überwiegend dreigeschossige Wache bietet moderne und zukunftsfähige Voraussetzungen für den Einsatz- und Ausbildungsbetrieb. Im 24-Stunden-Wechselschichtdienst werden Funktionen im Rettungsdienst und bei der Feuerwehr besetzt. Insgesamt ist der Standort für rund 210 Beschäftigte ausgelegt.
Der Gebäudekomplex wurde so gegliedert, dass kurze Wege und effiziente Abläufe gewährleistet sind. Feuerwache, Rettungsdienst und Administration mit Appellhalle sind funktional aufeinander abgestimmt. Ergänzt werden die Arbeitsbereiche durch Ruheräume, Lager-, Aufenthalts- und Sporträume.
Am Standort sind drei Rettungswagen, ein Vorausrüstwagen sowie vier Standardfahrzeuge im 24-Stunden-Dienst stationiert. Speziell für Einsätze im A7-Tunnel führt die Feuerwehr ein speziell ausgestattetes Sonderlöschfahrzeug mit Wärmebildkamera, integrierter Atemluftversorgung und einem fernbedienbaren Wasserwerfer.
Bei Planung und Umsetzung wurden zudem aktuelle Einsatzstrategien und Anforderungen der Feuerwehr Hamburg berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem die Schwarz-Weiß-Trennung zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes, Barrierefreiheit, geschlechtergerechte Arbeitsbedingungen und die Anforderungen der zunehmenden E-Mobilität.
Übungsturm als Ausbildungszentrum
Ein markantes Element der neuen Wache ist der rund 22 Meter hohe Übungsturm mit sechs Ebenen. Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr können hier gemeinsam realitätsnahe Einsatzszenarien trainieren und ihre Zusammenarbeit stärken. Durch seine Lage im rückwärtigen Bereich des Grundstücks ragt der Übungsturm deutlich über den überwiegend dreigeschossigen Gebäudekomplex hinaus. Gleichzeitig bildet er zusammen mit den begrünten Fassaden ein prägendes Element des neuen Standorts.
Rund 35 Millionen Euro für den neuen Standort
Die Gesamtinvestition für den Neubau beläuft sich auf rund 35 Mio. Euro. Mit der Fertigstellung steht der Feuerwehr Hamburg ein moderner und leistungsfähiger Standort zur Verfügung, der funktionale Anforderungen mit den besonderen städtebaulichen und landschaftlichen Rahmenbedingungen verbindet.
Innensenator Andy Grote: „Heute ist ein historischer Tag für die Feuerwehr Hamburg: Zum ersten Mal seit 60 Jahren geht mit der Feuer- und Rettungswache Schnelsen ein vollständig neuer und zusätzlicher Standort in Betrieb. Wir setzen damit ein starkes Zeichen für die Sicherheit unserer Stadt und schaffen einen Sicherheitsgewinn für die Menschen in Schnelsen, Niendorf und rund um die A7. Feuerwehr und Rettungsdienst werden hier in Zukunft noch schneller vor Ort sein, wenn Hilfe gebraucht wird.“
Martin Timmler, stellvertretender Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg: „Die neue Feuer- und Rettungswache Schnelsen ist ein großer Gewinn für die Menschen in Schnelsen und Niendorf. Sie leistet einen wichtigen Beitrag für den Brandschutz, die Technische Hilfeleistung und den Rettungsdienst und verbessert zugleich die Sicherheit im A7-Tunnel. Besonders wichtig ist mir, dass unsere Kolleginnen und Kollegen hier moderne und funktionale Arbeits- und Ausbildungsbedingungen vorfinden. Kurze Wege, zeitgemäße Räume und ein verbesserter Gesundheitsschutz erleichtern ihnen den anspruchsvollen Arbeitsalltag. Gleichzeitig zeigt die nachhaltige Bauweise, dass sich eine leistungsfähige Gefahrenabwehr und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt gut miteinander verbinden lassen.“
Christian Zierau, Bezirksamtsleiter Eimsbüttel: „Mit der neuen Feuer- und Rettungswache stärken wir den Schutz der Menschen im Norden Hamburgs und der Nutzerinnen und Nutzer des A7 Tunnels. Das Bezirksamt hat mit der aufwändigen Suche nach einem geeigneten Standort und im aufwändigen Genehmigungsverfahren den Weg frei gemacht für die neue Wache. Die Investition in Steine und Technik ist auch eine Investition in die Zukunft von Feuerwehr und Rettungsdienst. Gute, moderne Arbeitsbedingungen sollen auch Anerkennung sein für Arbeit und Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, der leider noch zu oft für selbstverständlich gehalten wird.“
Jan Zunke, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH: „Die Feuer- und Rettungswache Schnelsen ist ein anspruchsvolles Bauprojekt, bei dem die besonderen Anforderungen an eine moderne Sicherheitsinfrastruktur mit den Rahmenbedingungen des Standorts in Einklang gebracht werden mussten. Nach intensiver Grundstückssuche über mehrere Jahre konnte die Wache an diesem besonderen Standort realisiert werden. Das stellte hohe Anforderungen an Planung und Abstimmung – von den strengen landschaftsschutzrechtlichen Vorgaben über die Integration in den Naturraum bis hin zum Lärmschutz. Die Umsetzung erforderte deshalb eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten und eine intensive Abstimmung. Im Rahmen der Umsetzung wurden zugleich konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Ausgestaltung realisiert, darunter eine Dachlandschaft aus intensiv begrünten Dächern, die flächige Begrünung der Fassaden und des Übungsturms sowie eine Solaranlage. Auch die Belange der Anwohner wurden berücksichtigt, unter anderem durch die Errichtung einer Lärmschutzwand. Wir freuen uns, gemeinsam mit allen Beteiligten eine leistungsfähige und zukunftsfähige Infrastruktur für Hamburg geschaffen zu haben.



















































































































































































































































