Spatenstich für die Zukunft Kampnagels Kampnagel startet bauliche Transformation im laufenden Betrieb
Mit einem symbolischen und performativen Spatenstich haben Kampnagel und die Sprinkenhof GmbH heute offiziell den Auftakt für die umfassende Sanierung und Erweiterung des denkmalgeschützten Spielortes begangen. Gemeinsam mit Hamburgs Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda, Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer sowie den Architekt:innen Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal wurde der Start eines der bedeutendsten Kulturbauprojekte Deutschlands markiert.
In den kommenden Jahren entsteht auf Kampnagel ein zukunftsfähiger Produktions- und Aufführungsort für die internationalen Freien Darstellenden Künste. Der Umbau nach den Plänen des Pritzker-Preisträgerbüros Lacaton & Vassal erfolgt weitgehend bei laufendem Betrieb und verbindet den behutsamen Erhalt der historischen Industriearchitektur mit einer nachhaltigen und denkmalgerechten Erweiterung der bestehenden Strukturen. Die Gesamtkosten von insgesamt 168 Mio. Euro werden von der Freien und Hansestadt Hamburg (108 Mio. Euro) sowie dem Bund (60 Mio. Euro) getragen.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien Hamburg: „Über mehr als vier Jahrzehnte ist Kampnagel zu dem Zentrum für freie darstellende Kunst geworden, lokal verankert und global vernetzt. Dass aus der ehemaligen Kranfabrik das vierte Staatstheater Hamburgs werden konnte, ist eine einzigartige Geschichte von Vision und Willenskraft. Die Sanierung schafft die Möglichkeit, Kampnagel weiter zu denken – und den Prozess seiner Erneuerung gleich mit. Denn während der Spielbetrieb parallel zur Sanierung weiterläuft, bespielt Kampnagel den öffentlichen Stadtraum mit außergewöhnlichen Projekten und kooperiert mit anderen Hamburger Kultureinrichtungen. Die architektonischen Pläne von Lacaton & Vassal sorgen dafür, dass die Kulturfabrik Kampnagel ihre Seele behält und auch nach der Sanierung der einzigartige offene Ort sein wird, von dem Impulse für eine freie Kunst in einer vielfältigen Gesellschaft ausgehen.“
Dr. Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, sagte vorab: „Heute ist nicht nur für Kampnagel und Hamburg ein besonderer Tag, sondern auch für BKM: Wir feiern gemeinsam den Spatenstich des größten Zuwendungsbauvorhabens meines Haushalts 2026. Die Sanierung und Erweiterung des internationalen Kulturortes Kampnagel ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich: Dass der Spatenstich zur Uraufführung einer Baggerperformance wird, zeigt, welche kreativen und innovativen Kräfte hier wirken. Hier trifft Mut auf künstlerisches Schaffen, schonungslos werden Grenzen hinterfragt und neue Perspektiven eröffnet. Umso mehr freue ich mich, dass wir heute dieses großartige Vorhaben mit der ersten Baggerschaufel starten. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Kampnagel weiterhin ein Ort ist, an dem Kunst überrascht und herausfordert. Ich danke allen Beteiligten in Hamburg und Berlin für die großartige Zusammenarbeit.“
Martin Sowinski, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Mit dem heutigen Spatenstich beginnt die bauliche Zukunft von Kampnagel. Als Sprinkenhof GmbH tragen wir die Verantwortung dafür, diesen besonderen, denkmalgeschützten Ort technisch, funktional und energetisch für kommende Generationen weiterzuentwickeln. Dabei geht es um weit mehr als die Sanierung von Gebäuden: Wir schaffen die räumlichen und technischen Voraussetzungen dafür, dass Kampnagel auch künftig ein international bedeutender Produktions- und Aufführungsort für die Freien Darstellenden Künste bleibt. Die Herausforderung besteht darin, den historischen Charakter des Areals zu bewahren, neue Räume und Möglichkeiten zu schaffen und zugleich höchste Anforderungen an Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und moderne Bühnentechnik zu erfüllen. Dass Kampnagel während der Bauzeit geöffnet bleibt, macht dieses Vorhaben besonders anspruchsvoll. Es erfordert eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, flexible Lösungen und einen gemeinsamen Blick auf das Ziel. Wir freuen uns, diesen Transformationsprozess gemeinsam mit Kampnagel, der Behörde für Kultur und Medien, dem Bund und Lacaton & Vassal zu gestalten – und damit die Zukunft dieses einzigartigen Kulturortes langfristig zu sichern.“
Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal: „Kampnagel ist ein außergewöhnlicher Ort mit einer reichen Geschichte, der sich über Jahrzehnte immer wieder verändert und weiterentwickelt hat. Das Theater hat die ehemalige Fabrik mit neuem Leben erfüllt und sie zu einem einzigartigen Ort gemacht. Unser Ansatz ist es, mit dem Vorhandenen zu arbeiten, seine Qualitäten zu bewahren und weiterzuentwickeln. Statt Bestehendes zu ersetzen, möchten wir es ergänzen und so mehr Raum, mehr Freiheit und neue Möglichkeiten für künstlerisches Schaffen eröffnen. Der heutige Tag markiert einen wichtigen Moment für die Zukunft Kampnagels. Wir freuen uns sehr, dass diese Transformation nun Wirklichkeit wird. Wir freuen uns darauf, Kampnagel auf diesem Weg weiter wachsen und sich verändern zu sehen – als einen Ort des Experimentierens, der Kreativität und der Freiheit.“
Amelie Deuflhard und Dr. Jonas Zipf, Geschäftsführung Kampnagel: „Es ist großartig, dass der Umbau auf Kampnagel nun losgeht! Nach Jahren der Beteiligung aller Abteilungen und den Planungen von Lacaton & Vassal blicken wir dank der konstruktiven Zusammenarbeit sehr zuversichtlich der Realisierung entgegen. Lacaton & Vassal sind für uns Garanten dafür, dass die Seele Kampnagels, ihre visionäre Kraft und künstlerische Ausstrahlung erhalten bleiben. Ihr Entwurf schafft alte Sichtlinien neu, lässt die Hallen transparent erscheinen und bietet maximale Freiheit für die Kunst. Während der Sanierung spielen wir durchgängig weiter – auch die Baustelle selbst wird zur experimentellen Bühne. Mit diesem Projekt legen wir ein sicheres Fundament für die kommenden Jahrzehnte. Für das Bekenntnis der Freien und Hansestadt Hamburg und der Bundesregierung sind wir sehr dankbar.“
Der heutige Spatenstich markierte zugleich den Auftakt der Performativen Baustelle – jener Programmsäule, mit der Kampnagel den Umbau selbst zur Bühne macht. Als erster Big Moment wurde die Zeremonie durch eine eigens entwickelte Intervention des Hamburger Musiktheaterregisseurs und Komponisten Daniel Dominguez Teruel begleitet. Der erste Baggerbiss wurde zur Choreografie, der Baustart zur Frage danach, wie Architektur Erinnerungen bewahrt und Zukunft produziert. Damit wurde der symbolische Beginn der Bauarbeiten zugleich zum Auftakt einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Veränderung, Bestand und Zukunft.
Die bauliche Weiterentwicklung verfolgt das Ziel, Kampnagel langfristig als international bedeutenden Produktionsort für die Freien Darstellenden Künste zu stärken und gleichzeitig den besonderen Charakter des ehemaligen Fabrikgeländes zu bewahren. Nach dem Prinzip „Keep. Repair. Add.“ setzen Lacaton & Vassal auf den Erhalt und die denkmalgerechte Weiterentwicklung des Bestands und einer behutsamen Ergänzung durch zwei Neubauten. Durch die Erweiterung entstehen zusätzliche Produktions-, Proben- und Aufführungsflächen sowie neue Räume für Künstler:innen, Publikum und Nachbarschaft. Die Gesamtverantwortung für das Vorhaben liegt bei Sprinkenhof, die als städtische zentrale gewerbliche Immobiliengesellschaft der Freien und Hansestadt Hamburg unter anderem sämtliche Neubau- und Sanierungsvorhaben im Kulturbereich steuert und realisiert.
Während der Bauzeit bleibt Kampnagel zugänglich. Der Spielbetrieb wird in angepasster Form fortgesetzt und der Wandel des Areals durch künstlerische Formate, Gespräche und Interventionen kontinuierlich begleitet. So wird die Transformation selbst Teil des Programms – als öffentlicher Prozess im Dialog zwischen Architektur, Stadt und Kunst.





















































































































































































































































